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tag : Gleichheitswahn
by : MY
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  • Titel: Dann mach doch die Bluse zu. Ein Aufschrei gegen den Gleichheitswahn
  • Autor: Kelle, Birgit
  • Verlag: adeo-Verlag, München
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3942208093
  • Seitenzahl: 221
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • Rezensent: Dr. Rainer Zitelmann

Was geht mich die Ideologie von Feministinnen oder sogenannten „Gender“-Forschern an, werden vielleicht manche Leser fragen. Zum Glück haben die meisten Leser in ihrem Alltag nicht mit den extremen Vertretern dieser Ideologie zu tun. Aber die Einführung der Frauenquote für die Aufsichtsräte von DAX-Unternehmen zeigt, dass inzwischen auch die Wirtschaft betroffen ist. Und dies ist nur der Anfang!

Die Ursache dafür, warum es in Managementpositionen weniger Frauen als Männer gibt, ist – so die Autorin – nicht etwa eine böswillige Diskriminierung von Frauen. Im Gegenteil: Die meisten Unternehmen suchen heute händeringend nach Frauen für Führungspositionen, um dem Zeitgeist zu entsprechen. Eine Studie der Universität Frankfurt ergab, dass die Hauptursache für die Unterrepräsentanz von Frauen in Management-Positionen in der Wahl der Studienfächer liege. Der zweitwichtigste Faktor ist die Mutterschaft von Frauen (S. 116). Wenn man schon eine Quote fordert, müsste man, so die Autorin (die allerdings grundsätzlich gegen jede Quote ist) vielmehr eine Mütterquote fordern. Das jedoch wollen die Feministinnen ganz bestimmt nicht.

Seit vielen Jahren versucht man in Deutschland, mit dem sogenannten „Girls‘ Day“ Mädchen für einige bislang männertypische Berufe zu begeistern. Allein 10 Mrd. Euro wurden bisher dafür ausgegeben – und dennoch hat sich an der Berufswahl der Mädchen kaum etwas verändert (S. 117).

Die Führungsgremien der wichtigsten technischen Unternehmen im Land halten einen Männeranteil von 80 Prozent, alles Ingenieure. In diesem Studiengang liegt der Frauenanteil jedoch nur bei 8 Prozent, im Maschinenbau bei 10 Prozent. Und dies, obwohl insgesamt 60 Prozent der Hochschulabsolventen weiblich sind. Die Autorin folgert: „Es ist also nicht einzusehen, warum in einer Branche, in der überhaupt nur 10 Prozent Frauen arbeiten, plötzlich 50 Prozent aller Führungspositionen von Frauen eingenommen werden sollen. Man müsste sämtliche Frauen aus diesen Studiengängen ungeachtet ihrer tatsächlichen Fähigkeiten sofort nach oben befördern, wenn man den Frauenanteil erhöhen will. Was im Umkehrschluss eine faktische Diskriminierung von Männern bedeutet.“ (S. 117) „Wie sich das mit dem Antidiskriminierungsgesetz verträgt, ist mir ein Rätsel.“ (S. 119)

Wer allerdings heute zu bedenken wagt, dass die Tatsache, dass es weniger Frauen als Männer in Vorständen gibt, vielleicht auch damit zu tun hat, dass gar nicht alle Frauen in einen Vorstand wollen, der wird sofort als „sexistisch“ und „frauenfeindlich“ angeprangert. „Sie wollen nicht?!? Das ist ein feministisches No-Go. Alle haben zu wollen, denn auch hier gilt das Mantra: Man weiß doch, was die Frau will. Diskussion ausgeschlossen.“ (S. 49)

Die Quotendebatte ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Der Gleichheitswahn ist kein deutsches Phänomen. In den USA überlegen sich viele Chefs, ob sie allein mit einer Frau im Fahrstuhl fahren wollen. Und in „Benimm“-Kursen bekommen Angestellte beigebracht, dass man weibliche KollegInnen auf keinen Fall länger als 5 Sekunden ansehen darf, weil dies sonst als „sexuelle Belästigung durch Blicke“ gewertet werden könne. Übrigens bekannte unsere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ausdrücklich, sie fände es gar nicht so schlecht, wenn solche Dinge auch in Deutschland Einzug fänden (S. 36).

Überall lauere, so heißt es, Sexismus, Anmache durch Männer und Frauenfeindlichkeit. Apropos männliche Blicke – auch hierzu hat die Autorin eine eigene Meinung. Sie spricht aus, was der gesunde Menschenverstand ohnehin nahelegt und eigentlich jeder weiß (was aber so kaum jemand öffentlich sagen würde): „Und was tun wir Frauen nicht alles, um die Aufmerksamkeit der Männer durch unser Äußeres zu erregen? Wir rennen ins Fitnessstudio, haben alle Diäten durch, die Frauenzeitschriften anzubieten haben. Wir lassen uns die Brüste und Nasen operieren, wir gehen zur Kosmetikerin. Wir kaufen die Drogerien und Parfümerien leer, wir investieren in High Heels und Kleidung und Frisur.“ Den Einwand, dass täten die Frauen „natürlich nur für sich selbst“ lässt sie nicht gelten: „Nein, wir machen das alles nicht etwa, um von Männern wahrgenommen zu werden. Wir wollen nicht etwa, dass jemand sieht, dass wir uns in Schale geworfen haben, nein, wir sind mit uns selbst zufrieden. Deswegen machen wir das ja auch jeden Abend, bevor wir uns allein vor den Fernseher setzen. Stundenlang frisieren und schminken, dann das Designerkleidchen übergestreift und ab vor die Mattscheibe, um allein Desperate Housewives zu gucken. Ja, das machen wir jeden Abend so, meine Herren.“ (S. 28)

Sogenannte „Gender-Theorien“ haben überall Eingang gefunden – besonders im öffentlichen Dienst und an den Hochschulen, aber nicht nur dort. Es gibt zahlreiche Lehrstühle für „Gender-Studien“. Und was machen die Gender-ForscherInnen den ganzen Tag? Ein Beispiel, das für viele steht: 27.000 Euro ließ sich das Umweltministerium NRW den Spaß kosten, 11 Monate lang untersuchen zu lassen, wie „Gender-Mainstreaming im Nationalpark Eifel“ umgesetzt werden kann. Bahnbrechendes Forschungsergebnis: Männer und Frauen erleben den Wald unterschiedlich, und Bilder von brunftigen Hirschen sollten von den Werbeflyern entfernt werden, weil sie ‚stereotype Geschlechterrollen‘ befördern. Ein echter Erkenntnisgewinn für läppische 27.000 Euro.“ (S. 100)

Die Autorin kritisiert vor allem, dass diejenigen Frauen, die sich bewusst für die Rolle als Hausfrau und Mutter entscheiden, heute zunehmend unter Rechtfertigungsdruck geraten und sich dafür entschuldigen müssen, dass sie nicht berufstätig seien.

Die Mutterrolle passt nicht so recht zum feministischen Weltbild, das die Vorkämpferin des Feminismus, Simone de Beauvoir, einmal so formulierte: „Keiner Frau sollte es erlaubt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder großzuziehen. Die Gesellschaft sollte völlig anders sein. Frauen sollten diese Möglichkeit nicht haben, und zwar genau deswegen, denn hätten sie diese Möglichkeit, würden sie zu viele Frauen nutzen.“ (zit. Nach S. 50)

Das ist konsequent: Denn jede Frau, die zu Hause verharrt, behindert das Ziel der „Gleichstellung“. Mit Gleichstellung ist dabei niemals gemeint, dass Frauen das Gleiche tun können und dürfen wie Männer, sondern gemeint ist, dass sie das auch wirklich machen müssen – völlig egal, ob sie das selbst wollen oder nicht (S. 61). „Ist es ein Zufall, dass nahezu alle Frauen, die sich im feministischen Kampf hervorgetan haben, weder Ehemann noch Kinder hatten? Angefangen von Simone de Beauvoir über Judith Butler bis hin zu Alice Schwarzer oder Bascha Mika. Sie hatten und haben alle keine Kinder und auch keine Ehemänner.“ (S. 54)

Die Autorin bringt es auf den Punkt: „Eine glückliche Mutter ist im Feminismus nicht vorgesehen. Sie ist ein Relikt aus alten Tagen… Die Mutterschaft ist das ungelöste Problem der Feministinnen. Ein biologischer Urzustand, den man, wenn man könnte, vermutlich auch noch gesetzlich und paritätisch zwischen Mann und Frau aufteilen würde.“ (S. 48)

Im Kern geht es den Feministinnen und Anhängern der Gender-Ideologie um eine radikale Umerziehung, die natürlich bereits im Kindergarten beginnen soll. In Schweden ist man von der „genderneutralen“ Erziehung besonders überzeugt. In Stockholm beispielsweise gibt es den genderneutralen Kindergarten Egalia (der Name ist Programm). Hier dürfen Jungen nicht mehr als Jungen und Mädchen nicht mehr als Mädchen angesprochen werden, um sie nicht in „stereotype Rollebilder“ zu zwängen. Dort sind einfach alle „Freunde“, auch diejenigen, die sich nicht mögen. „Märchenbücher mit Prinzessinnen wird man dort in den Regalen nicht finden. Aschenputtel, Dornröschen, alles viel zu stereotyp. Stattdessen hat man lieber Bücher über zwei männliche Giraffen, die als Paar einsame Krokodileier ausbrüten.“ (S. 99). R.Z.



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